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So behalten Sie Nachträge beim Yacht-Refit im Griff

Zusatzarbeiten kalkulieren, Freigabebefugnisse regeln und die Endkosten im Blick behalten: mit einem durchgerechneten Beispiel für ein Refit-Budget von 500.000 €.

RefitVeröffentlicht am 27. Oktober 20268 Min. Lesezeit

Das günstigste Angebot enthält womöglich einfach weniger Leistungen

Bevor Sie über Zusatzarbeiten verhandeln, klären Sie genau, welche Leistungen der ursprüngliche Preis umfasst. Geben Sie jedem Auftrag eine Referenznummer und nehmen Sie die zugehörige Leistungsbeschreibung als Anlage in den Vertrag auf. „Klimaanlage warten“ ist keine Leistungsbeschreibung. Benennen Sie die Geräte, die Wartungsarbeiten, die enthaltenen Ersatzteile und die Abnahmeprüfung.

Bei einer Kaltwasser-Klimaanlage sollte die Werft beispielsweise zwischen dem Reinigen der Schmutzfänger, der chemischen Reinigung des Kreislaufs, dem Austausch von Umwälzpumpen und der Untersuchung eines unzureichenden Luftstroms in den Kabinen unterscheiden. Trennen Sie die Fehlersuche von den Instandsetzungsarbeiten, die sich daraus ergeben können.

Erstellen Sie eine Vergleichstabelle, statt nur die Endbeträge zweier Angebote gegenüberzustellen. Nehmen Sie dabei auch diese häufig übersehenen Positionen auf:

  • Aus- und Wiedereinbau von Tischlerarbeiten, um Zugang zu schaffen.
  • Schutz fertiger Oberflächen und Reinigung nach Abschluss der Arbeiten.
  • Kraneinsätze, Gerüste und Gerätemiete.
  • Landliegeplatz, Landstrom und Abfallentsorgung.
  • Fracht und Reisekosten anreisender Techniker.
  • Inbetriebnahme, Prüfungen und gegebenenfalls erforderliche Anwesenheit eines Besichtigers.

Bewährt haben sich getrennte Spalten für Budgetschätzungen und verbindlich eingeholte Angebote. Multiplizieren Sie außerdem Tagessätze mit der geplanten Werftliegezeit. Dieses Vorgehen findet sich auch in den aktuellen Leitlinien zur Refit-Projektsteuerung, die ausdrücklich empfehlen, ausgeschlossene Leistungen und Logistikkosten zu prüfen.

Verlangen Sie Fotos oder eine Besichtigung, bevor Arbeiten an unzugänglichen Stellen kalkuliert werden. Ist eine Prüfung ohne Demontage nicht möglich, beauftragen Sie zunächst eine klar abgegrenzte Untersuchung. Verlangen Sie von der Werft keine Garantie für den Zustand von Maschinen, die sie noch nicht geöffnet hat.

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Ein Festpreis braucht klare Grenzen, nicht nur ein beruhigendes Etikett

Für eine klar definierte Installation sollten Sie einen Festpreis auf Grundlage einer abgestimmten Leistungsbeschreibung vereinbaren. Bei Untersuchungen oder Reparaturen mit ungewissem Umfang bietet sich eine Abrechnung nach Zeit- und Materialaufwand mit einer Freigabeobergrenze an. Legen Sie fest, was beim Erreichen dieser Grenze geschieht: Die Arbeiten werden in einem sicheren Zustand unterbrochen, die Befunde gemeldet und eine weitere Freigabe eingeholt.

Betrachten Sie einen vorläufigen Budgetansatz als Platzhalter, solange der Vertrag nichts anderes festlegt. Ein Ansatz von 12.000 € für Reparaturen an der Abgasanlage darf nicht stillschweigend zur Erlaubnis werden, die später tatsächlich anfallenden Kosten in beliebiger Höhe auszugeben. Verlangen Sie ein aktualisiertes Angebot, sobald die Bauteile freigelegt sind.

Lesen Sie die einbezogenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen ebenso sorgfältig wie das Angebot. Veröffentlichte Schiffsreparaturbedingungen, die für 2026 überarbeitet wurden, verdeutlichen das Problem: Zusatzarbeiten können zu den bei ihrer Ausführung geltenden Sätzen berechnet werden, während Klassifikationskosten und Steuern außerhalb der vereinbarten Preise liegen können. Das sind Bedingungen dieses konkreten Vertrags, keine allgemeingültigen Regeln.

Klären Sie vor der Unterzeichnung folgende kaufmännische Punkte:

  • Stundensätze je Gewerk und deren Gültigkeitsdauer.
  • Freigabe von Überstunden und die dafür geltenden Zuschläge.
  • Aufschläge auf Material und Leistungen von Subunternehmern.
  • Abwicklungsgebühren für vom Eigner bereitgestellte Ausrüstung oder direkt beauftragte Dienstleister.
  • Tagessätze bei einem längeren Aufenthalt der Yacht als geplant.
  • Die Rangfolge zwischen individuell ausgehandelten Vereinbarungen und vorgedruckten Bedingungen.

Lassen Sie die rechtliche Auslegung und Durchsetzbarkeit für den konkreten Vertrag und die jeweilige Rechtsordnung von einem qualifizierten Berater prüfen.

Führen Sie einen Sicherheitseinbehalt nicht erst ein, wenn die Schlussrechnung vorliegt. Soll ein Teil des Preises bis zur Mängelbeseitigung unbezahlt bleiben, vereinbaren Sie Höhe und Freigabebedingungen vor Arbeitsbeginn.

Jeder Nachtrag braucht einen Preis und eine Aussage zum Termin

Führen Sie ein gemeinsames, fortlaufend nummeriertes Nachtragsregister für Werft und Eignervertreter. Eine Nachricht wie „Bitte ausführen“ sollte eindeutig benennen, welches Angebot freigegeben wird, damit im April nicht alle den Gesprächsverlauf rekonstruieren müssen.

Das etablierte Refit-Vertragswerk enthält in Anhang IV eine Vorlage für eine Nachtragsbestätigung und verlangt, Änderungen schriftlich festzuhalten. Halten Sie an dieser Praxis fest, auch wenn die Werft auf Grundlage eines anders ausgehandelten Vertrags arbeitet.

Ein praktikabler Freigabeablauf sieht so aus:

  1. Dokumentieren Sie den Befund oder die gewünschte Änderung unter der ursprünglichen Auftragsnummer, gegebenenfalls mit Fotos.
  2. Klären Sie, warum die Arbeit außerhalb des vereinbarten Leistungsumfangs liegt und nicht lediglich einen unvollständig ausgeführten ursprünglichen Auftrag vervollständigt.
  3. Holen Sie einen Lösungsvorschlag, Alternativen und einen aufgeschlüsselten Preis ein, einschließlich etwaiger Gutschriften für entfallende Arbeiten.
  4. Halten Sie die Auswirkungen auf Beschaffung, Zugänglichkeit, Prüfungen und den vertraglichen Rücklieferungstermin fest.
  5. Lassen Sie die benannte bevollmächtigte Person vor Ausführung zustimmen, vorbehaltlich der vereinbarten Notfallbefugnisse.

Fassen Sie die Notfallausnahme eng: Sofortmaßnahmen zum Schutz der Yacht oder von Menschen sind etwas anderes als die Bestellung eines schöneren Instrumentenpanels, nur weil der Elektriker gerade an Bord ist. Vereinbaren Sie, wie Notfallausgaben gemeldet und dokumentiert werden.

Regeln Sie außerdem die Entscheidungsbefugnisse. Beispielsweise könnte der Kapitän innerhalb eines festgelegten Gesamtlimits bis zu 2.500 € je Nachtrag freigeben, während alles, was den Rücklieferungstermin beeinflusst, die Zustimmung des Eigners erfordert. Das sind Vorschläge zur Kostenkontrolle, keine üblichen vertraglichen Schwellenwerte.

Ein häufiger Fehler ist die Freigabe eines Bauteils für 4.000 €, ohne nach dem Einbauaufwand zu fragen. Der Ausbau einer Deckenverkleidung, die Anfertigung einer Halterung und die erneute Anreise eines Spezialisten zur Inbetriebnahme gehören in dieselbe Entscheidung.

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Behalten Sie gebundene Mittel im Blick, nicht nur bezahlte Rechnungen

Ein Yachtprojekt kann scheinbar komfortabel unter Budget liegen, obwohl teure Ausrüstung bereits bestellt ist und mehrere Reparaturangebote noch unbeantwortet sind. Verlangen Sie eine wöchentliche Prognose mit dem ursprünglichen Leistungsumfang, freigegebenen Nachträgen, offenen Angeboten und den voraussichtlich noch anfallenden Kosten bis zur Fertigstellung.

Führen Sie die Reserve getrennt von den Preisen der einzelnen Arbeitspakete. Prüfen Sie das Budget für die Planung beispielsweise mit einer Reserve von 15 % bei einem eng definierten Projekt und von 25 %, wenn erhebliche Risiken durch verborgene Mängel bestehen bleiben. Das sind vorgeschlagene Belastungsproben, keine veröffentlichten Marktdurchschnitte und keine Zusicherung, dass die Reserve ausreichen wird.

Wird das Projekt in einem dieser Szenarien unerschwinglich, reduzieren Sie den optionalen Leistungsumfang vor der Ankunft. Verlassen Sie sich nicht darauf, notwendige Reparaturen wegverhandeln zu können, sobald die Yacht zerlegt ist.

Trennen Sie vom Eigner gewünschte Aufwertungen von den Kosten neu entdeckter Mängel. Ein korrodiertes Rohr auszutauschen und eine neue Salonbeleuchtung auszuwählen, sind unterschiedliche Entscheidungen. Werden beide unter „unvorhergesehene Arbeiten“ zusammengefasst, bleibt verborgen, warum sich das Budget verändert hat.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Arbeitszeiten. Die veröffentlichten Sätze von Fairhaven Shipyard, gültig ab dem 1. Mai 2026, nennen für Elektro- und Maschinenarbeiten 135 $ pro Stunde und für Überstunden 202,50 $, an Sonn- und Feiertagen den doppelten Satz. Das sind die Preise einer einzelnen Werft, kein landesweiter Vergleichswert für die USA.

Bei diesen veröffentlichten Elektrikersätzen kosten 100 Stunden regulär 13.500 $ oder 20.250 $ zum genannten Überstundensatz. Bevor Sie Überstunden freigeben, um einen Terminverzug aufzuholen, fragen Sie, welcher Fertigstellungsmeilenstein durch diese Stunden tatsächlich früher erreicht wird.

Aus einem Refit für 500.000 € können auch ohne großen Schadensfall 622.000 € werden

Nehmen wir als Beispiel eine 24-Meter-Motoryacht, die im November in eine Werft im Mittelmeer kommt und im März zurückgeliefert werden soll. Die folgenden Zahlen sind Planungsannahmen, keine Angebote oder Marktdurchschnitte.

Der Eigner genehmigt dieses Basisbudget:

  • Klar definierte Werftarbeiten: 420.000 €.
  • Vom Eigner beauftragte Spezialisten und Projektüberwachung: 35.000 €.
  • Werftdienstleistungen und Gerätemiete: 25.000 €.
  • Prüfungen, Überführung und sonstige Projektkosten: 20.000 €.

Das Basisbudget beträgt 500.000 €. Eine separat vorgehaltene Reserve von 20 % erhöht es um 100.000 €. Damit stehen vor gegebenenfalls anfallenden Steuern 600.000 € für das Projekt zur Verfügung.

Bei der Demontage entdeckt die Werft hinter der Holzverkleidung einer Gästekabine eine undichte Kaltwasserleitung der Klimaanlage. Der Nachtrag beläuft sich auf 22.000 €: 14.000 € für die Rohrarbeiten und 8.000 € für das Freilegen und den Wiedereinbau der Verkleidung. Das abgestimmte Angebot lässt sich im bestehenden Zeitplan umsetzen.

Anschließend wünscht der Eigner eine höherwertige Elektronikausstattung für 48.000 €. Nehmen wir an, dass diese Änderung die Rücklieferung tatsächlich um drei Wochen verschiebt. Nach den in diesem Beispiel vereinbarten Sätzen kosten zusätzliche Werftdienstleistungen 12.000 €; für die zusätzliche Betreuung vor Ort auf Eignerseite und die Unterbringung fallen weitere 8.000 € an.

Schließlich ergeben Untersuchungen weitere notwendige Reparaturen für 32.000 €. Insgesamt kommen 122.000 € hinzu. Das Projekt kostet damit 622.000 € und liegt 22.000 € über den verfügbaren Mitteln.

Die Entscheidung für die Elektronik beanspruchte unter Einrechnung der angenommenen Terminfolgen 68.000 €. Ohne sie hätten die notwendigen Arbeiten die Projektkosten auf 554.000 € erhöht. Von der Reserve wären 46.000 € übrig geblieben.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Dem Eigner sind nicht unerklärlich 122.000 € Mehrkosten entstanden: 54.000 € entfielen auf neu entdeckte Mängel und 68.000 € auf eine freiwillige Entscheidung. Dokumentieren Sie beides transparent und entscheiden Sie dann, ob die Aufwertung den zusätzlichen Zeit- und Geldaufwand rechtfertigt.

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Sichern Sie den Abfahrtstermin, bevor die Schlussrechnung kommt

Setzen Sie für offene Nachträge Entscheidungsfristen, die auf den Projektzeitplan abgestimmt sind. Lassen Sie die Werft den spätesten Freigabetermin benennen, bei dem der vereinbarte Fertigstellungstermin noch gehalten werden kann, und vermerken Sie ihn neben dem Preis.

Klausel 7.2 des Refit-Vertragswerks behandelt Verlängerungskosten aufgrund von Umständen, die der Eigner zu vertreten hat. Die zugehörigen Hinweise nennen außerdem verspätete Eignerentscheidungen und vom Eigner beauftragte Unternehmen als mögliche Gründe für eine zulässige Fristverlängerung. Eine späte Freigabe kann somit Folgen haben, die über die Zusatzarbeit selbst hinausgehen.

Wird eine Yacht im Mai in Antibes benötigt, planen Sie vom Termin der Abfahrt in einsatzbereitem Zustand rückwärts, nicht bloß vom Zuwasserlassen. Reservieren Sie im vereinbarten Zeitplan einen eigenen Zeitraum für Inbetriebnahme, Erprobung und Nachbesserungen.

Gleichen Sie im letzten Monat jeden freigegebenen Nachtrag mit dem Rechnungsregister ab. Verlangen Sie, dass entfallene Arbeiten als Gutschrift erscheinen, und prüfen Sie bei sich überschneidenden Aufträgen, ob Arbeitszeit für das Schaffen von Zugang nicht doppelt berechnet wurde.

Fordern Sie vor der Abnahme einer Maschineninstallation die vereinbarten Prüfergebnisse und Garantieunterlagen an. Organisieren Sie bei einer später verdeckten Reparatur vor dem Verschließen eine Kontrolle und Fotos. Machen Sie die Abnahmenachweise zum Bestandteil jeder Auftragsbeschreibung, statt bei der Übergabe darüber zu streiten.

Die letzte Falle besteht darin, „kleine“ Extras freizugeben, weil die Abfahrt kurz bevorsteht. Halten Sie dieselben Befugnisgrenzen ein, bis die Yacht die Werft verlässt. Eine spät gewünschte optionale Arbeit muss ihren Platz im Zeitplan rechtfertigen und darf nicht allein deshalb genehmigt werden, weil das Werkzeug noch an Bord ist.

Kurz gefasst

  • Definieren Sie Zugang, Wiedereinbau und Prüfungen im ursprünglichen Leistungsumfang, damit notwendige Arbeiten nicht fälschlich als Zusatzleistungen gelten.
  • Geben Sie jeden Nachtrag mit seinem vollständigen Preis, Gutschriften für entfallene Arbeiten und den Folgen für den Rücklieferungstermin frei.
  • Prüfen Sie wöchentlich die gebundenen Mittel und die voraussichtlichen Endkosten, nicht nur bezahlte Rechnungen.
  • Halten Sie die Reserve separat und unterscheiden Sie neu entdeckte Mängel von freiwilligen Aufwertungen.
  • Vereinbaren Sie Freigabebefugnisse, Kosten bei verlängerter Liegezeit und Übergabenachweise, bevor die Yacht in die Werft kommt.

Allgemeine Information: Regeln, Steuern und Preise ändern sich und hängen von Ihrer Situation ab. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung von einem qualifizierten Berater beraten.

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