Welche Unterlagen brauche ich für den Verkauf meiner US-registrierten Yacht?
Checkliste für Verkäufer einer US-registrierten Yacht: Kaufbrief, Unterschriften der Eigentümer, Inventarliste, Abschlussabrechnung und Übergabeprotokoll.
Stellen Sie die Verkaufsakte vor der ersten ernsthaften Besichtigung zusammen
Beginnen Sie mit einer gut lesbaren Kopie des Certificate of Documentation, der US-Registrierungsurkunde, sowie den Unterlagen zu dem Kauf, durch den der derzeitige Eigentümer die Yacht erworben hat. Gleichen Sie diese mit den vorgesehenen Angaben im Verkaufsexposé ab und prüfen Sie sämtliche Identifikationsmerkmale. Ein im Marketing verwendeter Name ersetzt nicht den eingetragenen Schiffsnamen.
Arbeiten Sie mit einer einzigen Checkliste und benennen Sie eine Person, die sie aktuell hält. Eine sinnvoll zusammengestellte Verkäuferakte enthält:
- Certificate of Documentation und Unterlagen zum vorherigen Erwerb.
- Identitätsnachweise des Verkäufers sowie gegebenenfalls Gesellschafts- oder Trust-Unterlagen zur Prüfung.
- Unterzeichneten Kaufvertrag, Nachträge und Ausrüstungsinventar.
- Entwurf der Bill of Sale und gegebenenfalls erforderliche Unterlagen zur Freigabe von Schiffshypotheken.
- Wartungshistorie, Rechnungen über größere Reparaturen und Ausrüstungsunterlagen.
- Entwürfe der Abschlussabrechnung und des Übergabeprotokolls.
Bewahren Sie vertrauliche Unterlagen getrennt vom Verkaufsexposé auf. Interessenten benötigen aussagekräftige technische Informationen, aber keinen uneingeschränkten Zugriff auf Ausweisdokumente, Bankverbindungen oder Gesellschaftsunterlagen.
Dieser Artikel behandelt den Verkauf der Yacht selbst, nicht den Verkauf von Anteilen an der Gesellschaft, der sie gehört. Die rechtlichen Anforderungen hängen von der Eigentümerstruktur, dem künftigen Register und der jeweiligen Transaktion ab. Klären Sie daher die erforderlichen Unterlagen und Unterschriftsregelungen für Ihren konkreten Fall mit einem qualifizierten Berater für Seerecht.
Ein gutes Vorbereitungsziel ist, die Eigentumsunterlagen bereits vor dem Besichtigungstermin des Gutachters prüfen zu lassen. So bleibt Zeit, abweichende Namensangaben zu korrigieren, ohne einen Käufer, dessen Angebot bereits angenommen wurde, warten zu lassen, während der Verkäufer alte Büroarchive durchsucht.
Eigentümerangaben und Unterschriften auf CG-1340 müssen stimmen
Die Bill of Sale der US Coast Guard verlangt den Schiffsnamen und die amtliche Registriernummer oder Rumpfidentifikationsnummer, die rechtlich korrekten Namen von Verkäufern und Käufern, die übertragenen Eigentumsanteile sowie die Funktion, in der jede Person unterzeichnet. Sie enthält außerdem einen Abschnitt zur notariellen Beglaubigung. Das sind wesentliche Angaben, keine bloßen Formalitäten.
Übernehmen Sie die Eigentümerangaben aus den geprüften Eigentumsunterlagen, nicht aus einer E-Mail-Signatur. Gehört die Yacht einer Gesellschaft, ist diese als Verkäuferin anzugeben. Klären Sie außerdem, wer für sie unterschreibt. Lassen Sie die Nachweise über die Vertretungsberechtigung dieser Person von dem mit der Abwicklung betrauten Fachmann genehmigen, bevor Sie die Unterzeichnung organisieren.
Bei einem Trust, einem Nachlass oder einer Yacht mit mehreren Eigentümern sollte die Unterschriftsfrage sofort geklärt werden. Gehen Sie nicht davon aus, dass die Person, die sich bisher immer mit dem Kapitän abgestimmt hat, über sämtliche Eigentumsanteile verfügen darf.
Die Übertragungsvorschriften verlangen die Unterschrift jeder Person, die einen Anteil überträgt, oder ihres Vertreters. Die Unterschriften der Verkäufer müssen von einem Notary Public beglaubigt werden. Nachträglich geänderte Kaufbriefe können zurückgewiesen werden. Erstellen Sie daher eine saubere Endfassung, statt ein bereits unterschriebenes Dokument handschriftlich zu korrigieren.
Eine sinnvolle Reihenfolge für die Unterzeichnung ist:
- Die endgültige rechtliche Identität des Käufers und die Eigentumsquoten bestätigen.
- Den ausgefüllten Entwurf vom zuständigen Abwicklungsfachmann genehmigen lassen.
- Die erforderlichen Unterschriften und Beglaubigungen organisieren.
- Prüfen, ob der Scan des vollständig unterzeichneten Dokuments vollständig und gut lesbar ist.
- Das Dokument gemäß den vereinbarten Abwicklungsanweisungen verwahren, bis seine Freigabe genehmigt ist.
Unterschreiben Sie niemals einen unausgefüllten Kaufbrief, um Zeit zu sparen. Ergänzen Sie zuerst alle fehlenden Angaben.
Das Vertragsinventar muss dem entsprechen, was den Liegeplatz verlässt
Der Kaufvertrag hält die wirtschaftliche Vereinbarung fest. Die Übertragungsurkunde darf ihm nicht widersprechen. Das Formular CG-1340 enthält eine Klausel zum Zubehör der Yacht sowie ein Feld für Zusicherungen, Beschränkungen und Ausnahmen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Dokumente übereinstimmen.
Erstellen Sie eine datierte Inventarliste, die zwischen mitverkaufter Ausrüstung und ausgenommenem persönlichem Eigentum unterscheidet. Vermeiden Sie Formulierungen wie „sämtliche Ausrüstung wie besichtigt“, wenn der Eigentümer nach der Besichtigung noch Gegenstände von Bord nehmen möchte.
Machen Sie eindeutige Angaben zu:
- Beiboot, dessen Motor und den zugehörigen Identifikationsnummern.
- Wassersportgeräten und abnehmbarer Decksausrüstung.
- Ersatzpropellern, Werkzeugen und losen Maschinenteilen.
- Kunstwerken, Geschirr und persönlichen Gegenständen.
- Navigationscomputern und anderen herausnehmbaren Elektronikgeräten.
- Ausrüstung, die geleast ist oder im Rahmen eines Servicevertrags bereitgestellt wird.
Die Unterlagen für das Beiboot sollten gesondert geprüft werden. Fragen Sie den zuständigen Abwicklungsfachmann, welche eigenen Eigentumsnachweise dafür mitgegeben werden müssen, statt anzunehmen, dass die Akte der Mutteryacht alles abdeckt.
Halten Sie vereinbarte Reparaturen und Preisanpassungen in unterzeichneten Nachträgen fest. Eine Nachricht wie „Der Verkäufer kümmert sich um den Generator“ ist keine solide Vorbereitung auf den Abschluss. Beschreiben Sie die Arbeiten, die erforderlichen Nachweise ihrer Fertigstellung und die Regelung für den Fall, dass die Reparatur bei Übergabe noch nicht abgeschlossen ist.
Dieselbe Sorgfalt gilt für ausgenommene Gegenstände. Fotografieren Sie die Dinge, die der Verkäufer behält, und nehmen Sie sie nach Möglichkeit vor der abschließenden Inventarkontrolle von Bord. Eine leere Beibootaufnahme erst bei der Übergabe zu entdecken, kann eine bereits abgeschlossene Verhandlung unnötig belasten.
Die Abschlussabrechnung zeigt, wohin das Geld fließt
Fordern Sie den Entwurf der Abschlussabrechnung so früh an, dass Sie Unstimmigkeiten in Ruhe klären können. Er sollte den vereinbarten Kaufpreis, die bereits verwahrte Anzahlung, den offenen Restbetrag, die Abzüge beim Verkäufer und den Nettoerlös nachvollziehbar zusammenführen. Jede vereinbarte Anpassung gehört in eine eigene Zeile.
Als Beispiel dient der Verkauf einer 21 Meter langen Motoryacht in Fort Lauderdale für 1,25 Millionen $. Angenommen, der Vertrag sieht eine Anzahlung von 125.000 $ vor, die vereinbarte Maklerprovision beträgt 100.000 $ und der Verkäufer akzeptiert einen Preisnachlass von 12.000 $, statt eine Reparatur der Klimaanlage auszuführen. Dies sind beispielhafte Konditionen, keine üblichen Standardsätze.
Die Rechnung für den Verkäufer sähe so aus:
- Vertraglicher Kaufpreis: 1.250.000 $.
- Abzüglich vereinbarter Maklerprovision: 100.000 $.
- Abzüglich Preisnachlass für die Reparatur: 12.000 $.
- Beispielhafter Nettoerlös: 1.138.000 $, vor weiteren vereinbarten Kosten oder der Tilgung von Verbindlichkeiten.
Die Anzahlung ist Bestandteil des Kaufpreises und kein zusätzlicher Abzug vom Verkaufserlös. Das klingt selbstverständlich, bis zwei Parteien Abschlussabrechnungen mit unterschiedlichen Ausgangsbeträgen vorlegen.
Trennen Sie behördliche Einreichungsgebühren von den Honoraren der beauftragten Dienstleister. Das veröffentlichte Gebührenverzeichnis des Bundes nennt 84 $ für den Austausch eines Certificate of Documentation für eine Freizeityacht, 8 $ pro Seite für die Eintragung einer Bill of Sale und 25 $ für einen Abstract of Title, einen Registerauszug zur Eigentums- und Belastungshistorie. Zusätzliche Registrierungsjahre, beglaubigte Kopien und weitere Leistungen können zusätzliche Gebühren verursachen. Der Vertrag sollte festlegen, wer diese trägt.
Wird eine eingetragene Schiffshypothek abgelöst, stimmen Sie die Freigabeunterlagen des Kreditgebers mit den Zahlungsanweisungen ab. Die Vorschriften der Coast Guard zum Austausch der Registrierungsurkunde unterscheiden zwischen der vom Hypothekengläubiger auszustellenden Löschungsbewilligung und den Unterlagen des Eigentümers. Die Zusicherung des Verkäufers, das Darlehen sei getilgt, ersetzt keine Freigabeurkunde.
Verlangen Sie vor der Herausgabe unterzeichneter Übertragungsunterlagen oder der Besitzübergabe die Bestätigung der Abwicklungsstelle, dass die vereinbarten Zahlungsvoraussetzungen erfüllt sind. Ein Screenshot des Käufers von einem Überweisungsauftrag ist keine solche Bestätigung.
Klären Sie die künftige Registrierung, bevor Sie die Übergabe zusagen
Ein Verkauf an einen Käufer, der die US-Registrierung beibehält, erfordert einen anderen Abwicklungsplan als ein Verkauf mit anschließender Registrierung im Ausland. Klären Sie die vorgesehene Eigentümerstruktur und das künftige Register bereits bei der Vertragsverhandlung, nicht erst nach der Probefahrt.
Nach den Bundesvorschriften wird das bestehende Certificate of Documentation bei einem Eigentümerwechsel sofort ungültig, vorbehaltlich der jeweils geltenden gesetzlichen Ausnahmen. Das aufgedruckte Ablaufdatum der bisherigen Urkunde ist daher keine verlässliche Grundlage für die Abreise nach dem Verkauf. Lassen Sie den Dokumentationsfachmann des Käufers vor der Übergabe klären, unter welchen Voraussetzungen die Yacht rechtmäßig betrieben werden darf.
Erfordert die Transaktion eine Löschung aus dem US-Register, verlangt die Coast Guard einen Nachweis über den Verkauf oder die Übertragung sowie gegebenenfalls Angaben zur Staatsangehörigkeit des neuen Eigentümers oder zur vorgesehenen Flagge. Besteht noch eine eingetragene Schiffshypothek, ist vor der Löschung eine vom Hypothekengläubiger unterzeichnete Freigabe erforderlich. Für eine schriftliche Löschungsbestätigung ist eine Gebühr von 15 $ veröffentlicht.
Versprechen Sie einem ausländischen Käufer nicht, dass er den Kauf am Freitag abschließen und am Samstag ins Ausland auslaufen kann, solange kein genehmigter Plan für die Registrierungsunterlagen vorliegt. Trennen Sie den vertraglichen Übergabetermin von einem lediglich angenommenen Bearbeitungstermin des Registers.
Verlassen Sie sich auch nicht auf ältere Hinweise, wonach die Originalurkunde in Papierform bei einem Austausch oder einer Löschung immer zurückgesandt werden müsse. Die Coast Guard hat diese Einreichungspflicht mit ihrer Regelung vom Dezember 2024 aufgehoben. Halten Sie die Urkunde in der Abschlussakte bereit, richten Sie sich aber nach den geltenden Einreichungsvorschriften statt nach einer veralteten Checkliste.
Schließen Sie mit einem Übergabeprotokoll und einem nutzbaren technischen Archiv ab
Erstellen Sie ein Übergabeprotokoll, das den vereinbarten Ort sowie Datum und Uhrzeit der Übergabe festhält. Lassen Sie es vom zuständigen Abwicklungsfachmann mit den Vertragsbestimmungen zu Besitz, Gefahrübergang und Abnahme abstimmen. Überlassen Sie diese Punkte nicht einer beiläufigen Schlüsselübergabe.
Bei einem Abschluss in Fort Lauderdale sollten Sie den konkreten Liegeplatz oder Werftstandort benennen. Halten Sie die Betriebsstunden von Motoren und Generatoren bei Übergabe fest, ebenso die vereinbarten Angaben zu den Kraftstoffständen. Fotos sind hilfreiche ergänzende Nachweise, besonders wenn die Yacht unmittelbar danach mit einem neuen Kapitän ausläuft.
Stellen Sie eine Übergabemappe zusammen, die Folgendes enthält:
- Schlüssel, Zugangsmittel und Hinweise zum sicheren Betrieb.
- Maschinenhandbücher und aktuelle Wartungsnachweise.
- Rechnungen über größere Refits und vorhandene Garantieunterlagen.
- Listen der Geräteseriennummern und Ersatzteilbestände.
- Relevante Prüfbescheinigungen und Wartungspläne.
- Eine Liste vernetzter Dienste, bei denen eine Kündigung oder Übertragung geprüft werden muss.
Trennen Sie die Wartungshistorie von Werbeaussagen. Eine Rechnung über eine Motorwartung belegt keine Generalüberholung. Bezeichnen Sie die Arbeiten korrekt und bewahren Sie die zugrunde liegende Rechnung auf, statt lediglich eine zusammenfassende Tabelle zu übergeben.
Vereinbaren Sie abschließend ein geregeltes Verfahren zum Ändern der Passwörter an Bord und zum Entfernen persönlicher Konten. Bewahren Sie Kopien der vollständig unterzeichneten Abschlussunterlagen und der Einreichungsbestätigungen auf. Aus der Verkäuferakte sollte hervorgehen, was verkauft und übergeben wurde, wie der Erlös verteilt wurde und wer für noch offene Folgeaufgaben zuständig ist.
Kurz zusammengefasst
- Stellen Sie die Eigentumsunterlagen zusammen und lassen Sie sie prüfen, bevor nach Annahme eines Angebots Zeitdruck entsteht.
- Verwenden Sie eine saubere, ordnungsgemäß unterzeichnete Bill of Sale und stimmen Sie sie mit dem vertraglichen Inventar ab.
- Genehmigen Sie eine Abschlussabrechnung, die jeden Abzug und sämtliche Zahlungsvoraussetzungen nachvollziehbar erklärt.
- Klären Sie die künftige Registrierung, bevor Sie dem Käufer einen Abreisetermin zusagen.
- Dokumentieren Sie die Übergabe genau und übergeben Sie ein geordnetes technisches Archiv.
Allgemeine Information: Regeln, Steuern und Preise ändern sich und hängen von Ihrer Situation ab. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung von einem qualifizierten Berater beraten.
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